Süßigkeiten – ein großes Thema in der Kleinkindzeit
18. Juni 2014   //   By:   //   Erziehung   //   No Comment

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Die Beikostphase hat gerade begonnen und schon bald wird sich die Frage stellen (wenn nicht in uns, dann doch sicher von Oma, der Nachbarin oder auch der Verkäuferin oder Kassiererin): „Darf das Kind etwas Süßes?“

Erst mal: Nett, liebe Oma, Nachbarin, Verkäuferin oder Kassiererin, dass Ihr mich, die Mama, auch fragt. Ich hoffe, dies war keine rhetorische Frage.

Und bitte verkneift Euch die – von Martina so treffend beschriebenen Blicke, wenn ich NEIN sage.

Kommen wir zu den Fakten:

Fakt ist, dass wir von Lebensmitteln umgeben sind, bei denen die Frage, ob sie Mittel zum Leben sind durchaus berechtigt ist. Für unsere Versorgung mit Nährstoffen tragen diese Produkte meist nur unzureichend bei – häufig sind kalorien-, zucker- und/oder Fettgehalt hoch, jedoch der Beitrag zum Vitamin- oder Mineralstoffhaushalt gleich null gehend oder künstlich zugesetzt. Aber: diese Lebensmittel sind reichlich verfügbar, kommen geschmacklich den menschlichen Vorlieben sehr entgegen und lassen sich nicht wegdenken oder wegdiskutieren. Unsere Kinder werden also damit umgehen lernen müssen und eine übermäßige Abstinenz die durch die Eltern initiiert wird, kann irgendwann ins Gegenteil umschlagen.

Fakt ist aber auch, dass Kinder, insbesondere kleine, sich sehr stark an den Eltern und weitaus weniger an anderen Kindern oder gar der Werbung orientieren. Dazu kommt, dass die Vorliebe für süß durchaus auch durch andere Lebensmittel erfüllt werden kann bzw. zu Beginn des Lebens auch mit weitaus weniger Süße zufrieden ist. Es ist also nicht weiter verwunderlich, wenn kleine Kinder Obst und Wasser genießen und ihnen überhaupt nichts fehlt, wenn es keine Bonbons und Kekse gibt.

Die reinen Nährwertfakten habe ich in Martinas Beitrag bereits benannt: Ein Babyleben ohne Süßigkeiten – nur halb so schön?

Von daher gilt es (mal wieder) das eigene Verhalten zu hinterfragen. Wenn ich Keks anbiete, dann wird mein Kind (vermutlich) Keks essen. Wenn ich Banane anbiete, dann wird mein Kind (vermutlich) Banane essen und wenn ich Wasser anbiete (und es selbst auch trinke), dann wird mein Kind (vermutlich) Wasser trinken. Ausnahmen gibt es immer, aber die Mehrheit der Kinder funktioniert – ohne weiteres Einwirken von außen – genau so.

Die Zeit, in der Kinder dann (meist durch andere Kinder oder irgendwann dann doch durch die Werbung angeregt) nach Süßem fragen oder sich dieses aufgrund des Jahreskreises (Karneval, Ostern, Eiszeit, Halloween, St. Martin, Advent, Weihnachten – umgeben von Geburts- und Namenstagen und sonstigen Besonderheiten) einfach einfindet, kommt eh.

Für diese Zeit gibt es kein Patentrezept – die Ideen, Möglichkeiten und Fehlerquellen sind so vielfältig, wie es Familienstrukturen und Kinder gibt. Daher gibt es hier von mir ein paar Mama-Tipps:

Wunderherz-Mama-Tipp 1: Für all die Süßigkeitstage im Jahreskreis ist es hilfreich die Hauptschenker (v.a. Großeltern) zu bitten lieber kleine hochwertige Packungen zu kaufen, anstatt große Tüten. Heute gibt es bereits viele Produkte, die kleine kindgerechte Portionen enthalten.

Wunderherz-Mama-Tipp 2: An ganz besonderen Tagen darf es auch mal etwas (oder sogar viel) mehr sein. Kinder können diese Besonderheiten sehr gut verstehen.

Wunderherz-Mama-Tipp 3: Wie man die „normalen“ Tage regeln möchte, das sollte man ausprobieren. Von der vorportionierten Tagesportion über die Schatzkiste, aus der das Kind wählen darf bis hin zur gemeinsamen Süßigkeitspause reichen die Ideen. Ich bevorzuge den „Bunten Teller“, da er nicht auf Verbot von Süßigkeiten, sondern auf Versorgung mit den wichtigen Nährstoffen basiert.

Nächste Woche geht es weiter mit dem Teil 2 zum Thema „Süßigkeiten – der richtige Umgang“. Dort geht´s dann um meinen ganz persönlichen Tipp, den „bunten Teller“…

Esther Natschack
About the Author :

Esther Natschack ist Ernährungswissenschaftlerin und coacht Familien ganzheitlich zu Gesundheit und Wohlbefinden, zu Balance und Lebensstil aber auch zu Zeit- und Organisationsfragen. Esther ist Mutter von Max (9) und Felix (2) und lebt verheiratet in Neuss.

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