Jetzt mal Klartext: Babyzeit – Dauerstress oder Spaß?
28. August 2014   //   By:   //   Erziehung   //   No Comment

dauerstress_text

Sagen wir es von Anfang an, wie es ist: Alles auf einmal geht nicht! Punkt, Ausrufezeichen, Keine Widerrede!

Wer ein Kind bekommt und glaubt, das Leben läuft normal weiter, nur eben mit dem kleinen Wurm, der hat sich gehörig getäuscht. Wenn man ja jetzt den ganzen Tag zu Hause ist kann man ja problemlos den Haushalt schmeißen und auch ein bisschen von zu Hause aus arbeiten; damit man dann nach einem Jahr wieder voll loslegen kann. Von wegen!

Wer behauptet, das Kind „laufe so nebenher mit“, der – nennen wir das Kind beim Namen – lügt, wie gedruckt! Oder hat eine Vollzeit-Nanny!

Man kann darüber verdrießlich werden und sich ärgern, dass man sich ganz und gar für das Baby „aufopfert“. Oder man akzeptiert diesen Zustand – man hat ihn ja auch selbst herbei geführt – und richtet sich darauf ein. Und dann beginnt auch der Spaß an der Sache!

Mein Appell an alle Muttis: Nehmt die Situation hin, wie sie ist und gebt dem Baby, was es verlangt: 100% Aufmerksamkeit. Und macht Euch frei von „all den Dingen, die man sonst noch schaffen sollte“. Wer genau schreibt denn eigentlich vor, dass der Haushalt auch noch wie geschmiert laufen muss? Der Ehemann, die Schwiegermutter, die Nachbarn? Meist sind es doch wir selbst, die sich zu hohe Ziele stecken. Macht Euch frei davon! Das Leben mit Kind wird dann schlagartig angenehmer. Es reicht absolut das Nötigste zu schaffen, wenn der Vater am Abend oder am Wochenende mal auf`s Kind aufpasst.

Genießt die Zeit, die ihr mit Eurem Baby habt und macht schöne Dinge! Meist bleibt einem dafür eh nur das erste Jahr, bis der Arbeitsalltag langsam zurück kehrt.

Muttifrühstück, Babyschwimmen, PEKiP, Musikschule, etc. Alles wunderbare Gelegenheiten mit dem Kind raus zu kommen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und dem Kind Spaß und Neues zu bieten. Denn das Baby immer allein zu Hause zu bespaßen, kann mitunter sehr anstrengend werden.

Ich habe mir aber nur einen Termin am Tag vorgenommen und auch immer einen Tag in der Woche ganz frei gehalten. Sonst artet auch die Freizeit in Stress aus.

Bis heute genieße ich es, dass ich einige Freundinnen habe, die ebenfalls Mamas sind. Hier lassen sich viele Treffen mit den kleinen Zwergen arrangieren. Und so kann auch jede Mama mal in Ruhe ein Brötchen frühstücken, während die andere zwei Babys auf der Spieldecke bespaßt.

Auch PEKiP oder sonstige Krabbelgruppen habe ich als großen Spaß empfunden. Die Kinder kommen mal unter Gleichalte und als Mutter kann man sich ganz und gar den Mutti-Themen widmen, sich Anregungen, neue Spielideen und Rat holen. Ohne, dass man sich anhören muss, dass man ja immer nur vom Kind redet. Wovon auch sonst, wenn man ja nun 24h fast nichts anderes tun kann?!

Und es ist auch völlig egal, ob sich ein Kind mit Gruppen und Kursen besser entwickelt als ohne. Es geht um die Gemeinschaft, das Verständnis von Gleichgesinnten und um´s raus kommen!

Mir macht es bis heute Spaß das Leben mit Kind voll und ganz zu genießen und alles andere ist zweitrangig. Natürlich bin ich auch mal genervt vom Chaos in der Bude. Aber was soll`s?! Die Zeit der aufgeräumten Wohnzimmer und penibel gewischten Küchen kommt noch früh genug zurück!

 

Mein Appell für eine entspannte Zeit:

  • 1x  die Woche Mami-Kurs (wie PEKiP, Krabbelgruppe, Babymassage, Fit Dank Baby, etc.). Hier bekommt man viele Tipps, praktische Ideen für den Alltag und verständnisvolle Gesprächpartnerinnen.
  • 1x  die Woche Mami-Treffen mit Freundinnen. Am besten reihum oder auf dem Spielplatz im Sommer. Frühstücken, Kuchen essen, quatschen, unter Leute kommen. Entweder man hat Freundinnen, die auch Babys haben oder man findet  neue in den Krabbelgruppen.
  • Im Haushalt nur das nötigste erledigen. Dafür Oma oder Opa bitten vorbei zu kommen um das Baby bei Laune zu halten. Abends 10 Minuten „Zack-Zack-Aufräumen“ mit dem Mann. Da schafft man sehr viel und alles andere kann warten.
  • Für eigenes Essen sorgen. Wer Hunger hat, hat dünne Nerven! Große Portionen kochen und einfrieren, damit es schneller geht. Oder sich von Oma mal bekochen lassen oder den Lieferservice anrufen.
  • Ganz oft „Einfach Fünfe gerade sein lassen“! Die Welt geht nicht unter, wenn Chaos herrscht, die Haare nicht liegen, die Fußnägel nicht lackiert sind! Aber die Babywelt geht unter, wenn die Mama gestresst und sauer ist. Die  Zeit geht soooo schnell um, wir müssen sie HIER und JETZT 100% genießen!

 

Habt Ihr auch ähnliche Erfahrungen zum Thema “Stress und Spaß in der Babyzeit” gemacht? Dann freue ich mich über Eure Kommentare!

Bildquelle: © Alena Ozerova – shutterstock.com

Tanja Dusso
About the Author :

Tanja Dusso ist Projektmanagerin in einer Remscheider Agentur und verlebt derzeit ihre Elternzeit mit Sohn Gian Ecco (geb. April 2013). Sie lebt verheiratet in Wuppertal und ihr größtes Hobby ist das Rhönradturnen.

Leave a reply