Mama-Kolumne: Gorillas im Babyphon
17. Juni 2014   //   By:   //   Mama-Welt   //   No Comment

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Dämmerlicht. Stille. Atmen. Auge in Auge mit dem Riesen.

Jetzt nur keine falsche Bewegung. Seine Muskeln sind aufs Äußerste gespannt. Kein Laut.

Der Gorilla richtet sich auf, keiner weiß, was jetzt passiert. Faszination und Angst im gleichen Moment.

Sigourney oder Dian Fossey, die Forscherin, beobachtet ihn und weicht schnell seinem Blick aus. Unterwürfigkeitsgeste, ein Grasbüschel Kauen, Desinteresse zeigen. Blick senken. Einundzwanzig, zweiundzwanzig. Ich liebe diesen Film.

Der Gorilla gähnt und greift suchend umher nach dem Fläschchen. Er findet es. Er nimmt den Nucki aus dem Mund und trinkt ein paar Schlucke.

Sigourney juckt es, diese unangenehme Körperhaltung in eingefrorener Position seit gefühlten 30 Minuten wird sie nicht mehr lange durchhalten. Zumal sie ein 90 Kilomann namens Jans Papa ist. Das Bett knackst.  Nein, bitte nicht knacksen, nicht jetzt!!!

Ich erstarre und rolle mit den Augen. Dian bzw. Daniel rollt zurück, er war nun mal erster am Bett und ich muss, 2 Meter abgeschlagen von der Situation, tatenlos zuschauen. Unser erster Abend in Freiheit, jenseits des Elternbetts.

Der Gorilla ist gerade 2 geworden und alt genug für das eigene Kinderzimmer. Dachten wir Forscher jedenfalls.

Ein Stöhnen. Ein leerer Blick in die Runde, er wittert, dass wir hier sind, welches Spiel wir spielen. Na toll, der Abend ist gelaufen, gleich kann ich wieder zu ihm krabbeln und so tun, als wär ich nie weg gewesen.

Aber die Natur ist voller Überraschungen. Der Berggorilla grunzt majestätisch, steckt seinen Nucki in den Mund und schmeißt sich zurück aufs Kissen. Er schläft weiter!  Einfach so! Wir schleichen uns aus dem Zimmer.

Kirsten Schirra
About the Author :

Kirsten lebt mit Mann und Sohn (Jan, 2 1/2) in Neustadt an der Weinstraße. In ihrem ersten Leben war sie Filmemacherin im schönen NRW.

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